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Ausgangssituation von Kindern und Jugendlichen

Ressourcen sind positive Potenziale und Bedingungen, die einer Person zur Befriedigung ihrer Grundbedürfnisse zur Verfügung stehen und die sie in Veränderungsprozessen hilfreich einbringen kann.

 

(nach Klaus Grawe, 1999)

Kinder und Jugendliche benötigen Ressourcen zur Bewältigung alltäglicher Probleme – erst recht für den Umgang mit krisenhaften Situationen. Das Erleben von Unsicherheiten und Kontrollverlust sorgt nicht selten für einen sozialen Rückzug und das Zurückgreifen auf dysfunktionale Regulationsstrategien. Das schränkt Kinder und Jugendliche im Alltag stark ein und gefährdet ihre Teilhabe sowohl im schulischen Kontext wie auch in der Freizeit und im Familienleben.

Die Bandbreite psychischer Auffälligkeiten ist groß, die Grenzen zur Erkrankung sind dabei fließend. Beides hat erhebliche Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen und deren Familie. Seit der Pandemie ist die Häufigkeit der seelischen Erkrankung bei Kindern und Jugendlichen nochmals gestiegen: Depressionen, Ängste, Phobien, Essstörungen, hyperkinetische Störungen wie ADHS und auch Störung des Sozialverhaltens haben bei Kindern und Jugendlichen stark zugenommen. Auch der Medienkonsum bei Kindern und Jugendlichen ist eklatant gestiegen.

 

Die Zirkustherapie als konkrete Unterstützung von Kindern und Jugendlichen von 6 bis 21 Jahre

Die Zirkustherapie vereint zwei wesentliche Schwerpunkte:

Körper und Geist

  1. Anleitung von körperbasierten und bewegungsfreudigen Übungen, Zirkusdisziplinen und kurzweiligen, achtsamen Entspannungsmöglichkeiten

  2. Psychotherapeutische Methoden aus der Verhaltenstherapie, die als Hilfe zur Selbsthilfe den Ausbau individueller Bewältigungsstrategien fördert.

Zirkustherapie fördert wichtige Ressourcen, die auf dem schwierigen Weg der Identitätsfindung inneren Halt bieten.

 

Der zirkustherapeutische Ansatz nutzt die Zirkusatmosphäre von Zirkuszelt, Abenteuer und Kreativität, um Interesse von Kindern und Jugendlichen zu wecken und ihre Motivation, neue Fertigkeiten und Verhaltensweisen auszuprobieren, zu fördern.

Vielseitige, regelmäßige Gruppenangebote laden Kinder und Jugendliche ein, einen veränderten Blick auf sich selbst zu entwickeln, neue Rollen einzunehmen, Techniken zur Selbstregulation zu erlernen, Selbstwirksamkeit zu erleben, außergewöhnliche Fähigkeiten und positive Körperwahrnehmungen zu entdecken. Das kreative Schaffen ermöglicht einen Zugang zu sich selbst zu finden, die sportlichen Bewegungen erleichtern aufgestaute Emotionen loszulassen und sich zu beruhigen.

 

Therapieziele

Die Zirkustherapie bietet einen gesundheitsfördernden Entwicklungsraum für Kinder und Jugendliche und fördert aktiv:

  • seelische Gesundheit, Freude

  • Ressourcenaktivierung und Selbstwirksamkeit

  • Emotionsregulierung, Selbststeuerung und positive Selbstinstruktionen

  • Soziale Kompetenz und Frustrationstoleranz

  • Aktivitätenaufbau, Vermittlung von freudvollen Erfahrungen

  • Soziale Interaktionen mit anderen, Beziehungsfähigkeiten, liebevolle Selbstfürsorge

  • Reduzierung von Ängsten durch graduierte Expositionsübungen

  • Aufmerksamkeit und Selbstwahrnehmung

Beim Einüben und Training der verschiedenen Zirkusdisziplinen kommen die Gruppenteilnehmenden auch in Situationen, in denen sie mit ihren negativen Emotionen wie Angst, Frustration und Enttäuschung konfrontiert werden. Dies bietet die Möglichkeit, Umgangs- und Bewältigungsmöglichkeiten für aufkommendes Stress- und Überforderungserleben zu erarbeiten und im geschützten Rahmen einzuüben. Achtsamkeitsbasierte Übungen trainieren genussvoll die Sinne der Teilnehmer:innen und unterstützen die Fähigkeiten, Entspannung und Gelassenheit zu erlangen.

 

Mit folgenden Problemen und Auffälligkeiten können Kinder und Jugendliche zu uns kommen:

  • Wutanfälle, Impulsivität, häufige Konflikte

  • Traurigkeit, Antriebsschwierigkeiten, Depressionen

  • starke Ängstlichkeit (z.B. vor sozialen Situationen, sozialer Bewertung, Trennungen, Menschenansammlungen, Phobien, Panikattacken, zu viele sorgenvolle Gedanken.)

  • Probleme mit Gleichaltrigen/fehlende Freundschaften

  • Einsamkeit    

  • Aufmerksamkeitsprobleme (ADHS)

  • aggressives und oppositionelles Verhalten, Störung des Sozialverhaltens

  • Bauch- und Kopfschmerzen

  • ständige Unzufriedenheit

  • Zwänge, zwanghafte Gedanken

 

Allgemeiner Ablauf:

Machen Sie mit uns einen Termin telefonisch oder per E-Mail zum Erstgespräch aus. Wir vereinbaren individuell weitere Termine. Das Einteilen in die Gruppen erfolgt nach Terminwünschen und Zirkusdisziplinen. 1 bis 2 Mal pro Woche kann das Kind/ Jugendliche bei uns am Angebot der Zirkustherapie für 120 Minuten teilnehmen. Bei Bedarf bieten wir weitere Einzeltermine an. Um den Therapieprozess zu stabilisieren und nötige Verhaltensänderungen zu erreichen, benötigen wir auch die Mitarbeit der Eltern. Diese Angebote sind-dank der Lottostiftung Berlin-für drei Jahre kostenfrei!

Hier finden Sie weitere Informationen zum Ablauf der Therapie:

 
 

Soziale Teilhabe- Gestaltung der eigenen Aufführungen im Zirkuszelt

Regelmäßig finden Zirkus-Tanzvorstellungen in einem Zirkuszelt statt, wo die teilnehmenden Kinder- und Jugendlichen vor einem, von ihnen selbst, ausgewählten Publikum auftreten können. Durch das Erarbeiten und Aufführen einer gemeinsamen Vorstellung, entwickelt sich eine starke Selbstwirksamkeitserfahrung. Die Teilnehmenden können erkennen, dass alle erworbenen Fähigkeiten und Trainingsskills, ihre Teamarbeit und ihr „Durchhalten und Überwinden“, sie dazu befähigt, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen, auf dass sie gemeinsam stolz sein können.

Die Trainingsinhalte werden durch das Erlernen einer Choreografie, dem Auswählen von Kostümen Musik und Bühnenlicht zu etwas Selbsterschaffenem, zu einem kleinen Kunstwerk zusammengeführt-immer unterstützt von erfahrenen Zirkustherapeut: innen.

So entsteht ein Bewusstsein für künstlerische und ästhetische Elemente und Prozesse durch die Zirkuskunst, durch das gemeinsame, partizipatorische Entwickeln einer professionellen Inszenierung.

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Aktuelles

 

Spenden

Das Institut für Zirkustherapie wird für drei Jahre von der Lottomittelstiftung gefördert. Trotzt dieser großartigen Förderung sind wir auf Spenden angewiesen, um psychisch erkrankten Kindern und Jugendlichen ein qualitativ hochwertiges Angebot anbieten zu können.

Mit Ihrer Spende unterstützen Sie:

  • die Anschaffung spezieller Zirkusmaterialien wie Drahtseilanlage, Kugeln, Akrobatikteppiche und Trapeze

  • künstlerisch hochwertigen Aufführungen der Teilnehmenden in einem Zirkuszelt. Hierfür benötigen wir Kostüme, Aufhängungen, Licht und Tontechnik- damit einem kraftvollen Auftritt nichts im Wege steht.

Manege frei!

Sie brauchen eine Spendenquittung?

Sprechen Sie uns gerne an.